Sildenafil – Wirkung – Anwendung – Risiken

Medikamente, welche Sildenafil enthalten, scheinen für viele Menschen das Tor zum Himmel zu sein und die Lösung für sexuelle Probleme und Störungen. Dabei ist es jedoch wichtig, die Pille nicht als Lifestyle-Produkt zu sehen, welches die Potenz steigert. Dafür ist die Liste der Nebenwirkungen zu umfangreich, als dass man sich hier unnötigen Risiken aussezten müsste. Wer allerdings wirklich unter einer erektilen Dysfunktion leidet, der kann, vorausgesetzt er ist körperlich gesund und der Arzt hat seine Zustimmung erteilt, sein Liebesleben wieder neu entfachen. Die Wirksamkeit des Produktes wurde in Studien vielfach belegt, so dass Sildenafil eine echte Möglichkeit sein kann, seine Erektionsstörungen temporär zu behandeln.

Was ist Sildenafil?

Bei Sildenafil handelt es sich um ein Medikament aus der Gruppe der Phosphodiesterase-5-Hemmer. Es wird zur Behandlung von Erektionsstörungen eingesetzt. Das bekannteste Produkt ist das Viagra. Dieses wurde von dem Unternehmen Pfizer hergestellt, welches bis Mai 2013 das Patent in Deutschland inne hatte. Der Umsatz lag im Jahr 2013 bei 1,8 Milliarden Tabletten für rund 37 Millionen Patienten. Ab Ende Mai haben 28 Unternehmen mit der Produktion des Medikaments begonnen. Auch in vielen anderen Ländern ist das Patent mit Ende Juni 2013 abgelaufen. Somit kamen mehr Anbieter und Produkte auf den Markt, die den Wirkstoff enthalten.

Potenzschwäche

Eine sexuelle Dysfunktion liegt vor, wenn der Penis nicht mehr ausreichend auf sexuelle Reize reagiert und es so zu einem Ausbleiben der Erektion kommt. Dieser Zustand macht den Geschlechtsakt unmöglich und kann zahlreiche Folgen nach sich ziehen. Nicht nur der Mann ist unzufrieden und unglücklich. Auch für den Partner kann dies zu einer belastenden Situation führen. Betroffene suchen daher nach einer geeigneten Behandlungsmöglichkeit, die sich in der Einnahme von Sildenafil erweisen kann. Unwirksam ist Sildenafil allerdings, wenn eine erektile Dysfunktion vorliegt, welche durch einen Nervenschaden hervorgerufen wird.

Inhaltsstoffe

Die Tabletten bestehen aus einem Tablettenkern und einem Tablettenfil. Der Kern der Tablette enthält die Wirkstoffe Calciumhydrogenphosphat, Croscarmellose-Natrium, Mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat und hochdisperses Siliciumdioxid. Der Tablettenfilm besteht aus Polyvinylalkohol, Macrogol 3350, Titandioxid E 171, Talkum, Indigocarmin und Eisen(III)-hydroxid-oxod E 172. Die Tabletten haben eine Haltbarkeit von insgesamt 3 Jahren.

Die Wirkung

Bei Sildenafil handelt es sich um ein Potenzmittel. Bei einer funktionierenden Sexualität werden Neurotransmittern im Penis-Schwellkörper freigesetzt, sobald dieser sexuell stimuliert wird. Hierbei handelt es sich um den Nervenbotenstoff NO, ein Stickstoffoxid. Durch die Freisetzung von NO wird das sogenannte cyclische Guanosinmonophosphat cGMP erhöht. Dies wiederum führt zu einer Entspannung der Muskulatur im Schwellkörper und einer Erweiterung der Blutgefäße. In dessen Folge kann vermehrt Blut in den Schwellkörper fließen, was eine Erektion zur Folge hat. Der Botenstoff cGMO wird durch das Enzym PDE-5 abgebaut. Dies führt dann zur Erschlaffung des Penis aufgrund der sich einstellenden Gefäßverengung. Durch Sildenafil wird das Enzym PDE-5 gehemmt. Es wird inaktiviert, so dass kein Abbau des Botenstoffes cGMP erfolgt. Dies führt zu einer Entspannung der Blutgefäße und damit gleichzeitig zu einer Verbesserung der Erektionsfähigkeit. Bei älteren Patienten von 65 Jahren oder mehr zeigt sich, dass die Einnahme von Sildenafil zu einer herabgesetzten Clearance führt. Auch der Plasmaspiegel von Sildenafil und die Plasmakonzentration von N-Desmethyl-Metabolit sind um etwa 90 % erhöht. Generell wird unter der Einnahme von Sildenafil eine Wirkdauer zwischen 40 Minuten und 4 Stunden beschrieben. Sildenafil kann keine Steigerung der Libido herbeiführen. Auch die Qualität der Erektion verbessert sich nicht zwangsläufig. Ebenfalls kann keine Verlängerung der Penislänge herbeigeführt werden. Sildenafil unterstützt lediglich die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Erektion. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass sich die Erholungszeit nach einer erfolgten Ejakulation verkürzt.

Anwendungsgebiete

Die Einnahme von Sildenafil wird bei einer diagnostizierten erektilen Dysfunktion, auch Impotenz empfohlen. Der Bluteinstrom in den Schwellkörper wird erleichtert, was die Entstehung einer Erektion begünstigt. Auch kann die Ereketion länger aufrecht erhalten werden. Weitere Anwendungsgebiete darüber hinaus sind nach neuesten Erkenntnissen auch eine pulmonale Hypertonie, ein Lungenhochdruck. Zum Teil kann Sildenafil seine Wirkung auch in Verbindung mit einer arteriellen Hypertonie bei Hunden entfalten sowie bei einer Bronchopulmonalen Dysplasie, der Höhenkrankheit oder einer Sklerodermie.In der Diskussion ist weiter die Behandlung einer Mukoviszidose sowie die Beigabe nach einem erlittenen Schlaganfall oder im Rahmen des Raynaud-Syndroms. Das Arzneimittel wirkt zu dem nur bei Männern.

Anwendung von Sildenafil

Nach der Einnahme von Sildenafil setzt die Wirkung nach etwa 70 Minuten ein. Zu diesm Zeitpunkt ist die Konzentration im Blut am höchsten. Die Wirkung hält etwa vier Stunden an. Dann hat sich ein Viertel des Wirkstoffes abgebaut. Für den Abbau im Körper ist die Leber verantwortlich.

Die genaue Anwendung des Medikaments erfolgt in der Regel über die Einnahme in Tablettenform. Hierbei sollte man mit einer niedrigen Dosis beginnnen und diese gegebenenfalls bei Bedarf steigern. Etwa eine Stunde vor dem geplanten Geschlechtsakt sollte die Einnahme durchgeführt werden. Die Tabletten werden am besten mit einem Glas Wasser geschluckt. Die Einnahme sollte dabei unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen, da diese die Wirkung herauszögern können und auch die maximale Plasmakonzentration verspätet eintritt. Besteht der Wunsch nach einer Erhöhung der Dosierung, so ist dies unbedingt mit dem behandelnden Arzt abzuklären. Generell darf aber eine maximale Dosis von 100 mg pro Tag nicht überschritten werden. Besonders ältere Menschen oder Pesonen mit einer Nieren- oder Leberschwäche sollten die Einnahme mit maximal 25 mg beginnen. Pro Tag sollte maximal 1 Einnahme des Medikaments erfolgen. Die Wirksamkeit tritt nur ein, wenn eine sexuelle Stimulation erfolgt. Die durchschnittlich empfohlene Einnahmemenge liegt bei 50 mg. Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion sollten mit einer Dosis von 25 mg starten. Eine Erhöhung auf bis zu 100 mg pro Tag ist bei einer guten Verträglichkeit möglich. Gleiches gilt für Patienten mit einer eingeschränkten Leberfunktion. Wichtig zu wissen ist zudem, dass eine Überdosierung nicht zu einer Steigerung der Potenz führt, sondern einen Anstieg der Nebenwirkungen mit sich bringt.

Nebenwirkungen von Sildenafil

Das Medikamten verfügt über eine Reihe an Nebenwirkungen. Sehr häufig treten Symptome wie Kopfschmerzen oder Hautrötungen, sogenannte Flushs auf. Weiter kann es zu Sehstörungen kommen, welche mit einer Lichtempfindlichkeit und unscharfem Sehen einhergehen. Daneben berichten viele Patienten von einer verstopfen Nase, Hautausschlägen oder Schwindelanfaällen.

Unter der Einnahme von Sildenafil kann es auch zu schwerwiegenden Komplikationen kommen. Hierzu zählen ein Herzinfarkt oder ein plötzlich eintretender Herztod sowie ein Schlaganfall oder ein Verschluss der Netzhautgefäße. Diese Nebenwirkungen können im schlimmsten Falle tödlich enden.

Zu den Nebenwirkungen, die gelegentlich auftreten, gehören ein Schnupfen, eine Überempfindlichkeit, Schläfrigkeit oder auch Taubheitsgefühle. Weiter kann es zu einer Tränenflussstörung kommen sowie Augenschmerzen, einer Photophobie oder Photopsie, einer okulären Hyperämie sowie einem visuellen Leuchten. Weitere Nebenwirkungen sind eine Bindehautentzündung, ein Tinnitus, eine Tachykardie und Palpitationen. Es kann zu Bluthochdruck kommen oder auch einem Blutdruckabfall, zu Nasenbluten oder einer Sinus-Sekretstauung. Weiter berichteten Patienten von einer gastroösophagealen Refluxerkrankung sowie Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch, einem trockenen Mund, einer Myalgie sowie auch von Schmerzen in den Extremitäten, einer Hämaturie, Brustschmerzen, einer erhöhten Müdigkeit, einem Wärmegefühl oder einer erhöhten Herzfrequenz.

Zu den seltener eintretenden Nebenwirkungen gehören neben dem Schlaganfall auch eine transitorische ischämische Attacke, ein Krampfanfall oder auch rezidivierende Krampfanfälle, Eine Synkope, eine nicht arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie, ein retinaler Gefäßverschluss oder eine Netzhautblutung. Weiter kann es zu einer asteriosklerotischen Retinopathie kommen, einer Erkrankung der Retina, einem Glaukom, einem Gesichtsfelddefekt, Doppeltsehen oder einer verminderten Sehschärfe sowie Kurzsichtigkeit, einer Asthenopie, Mouches volantes, einer Iriserkrankung, einer Mydriasis, Farbsäumen, Augenödemen, einer Schwellung des Augens oder einer Augenerkrankung. Darüber hinaus berichteten Patienten über eine Bindehauthyperämie, eine Augenreizung, eine anomale Sinnesempfingung des Augen, üder ein Augenlidödem und eine Skleraverfärbung. Auch können Symptome wie Taubheit, eine ventrikuläre Arrhytmie, ein Vorhofflimmern, eine instabile Angina pectoris, ein Engegefühl des Halses sowie Nasenödeme, eine trockene Nasenschleimhaut, eine orale Hypästhesia, das Steven-Johnson-Syndrom, eine toxische epidermale Nekrolyse, eine Penisblutung, eine Dauererektion, Hämatospermie, eine prolongierte Erektion sowie eine erhöhte Reizbarkeit eintreten.

Vorsichtsmaßnahmen

Die Einnahme von Sildenafil birgt im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen ein erhöhtes Risiko. Grundsätzlich dürfen sowohl Frauen als auch Patienten, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben das Medikament nicht einnehmen. Ungeeignet ist zudem eine kombinierte Einnahme mit anderen Potenzmitteln. Liegen ein Herzinfarkt oder Schlaganfall in naher Vergangenheit zurück, das Sildenafil ebenfalls nicht geschluckt werden. Gleiches gilt für das Vorliegen einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung, einem niedrigen Blutdruck unter 90/50 mmHg oder einer schweren Leberschwäche. Wird Sildenafil zeitgleich mit gefäßerweiternden Mittel, sogenannten NO-Donatoren wie Molsidomin, Nicorandil oder Amylnitrit verwendet, so kann es zu einem starken Abfall des Blutdrucks kommen. In der Folge kann ein lebensbedrohlicher Zustand eintreten. Patienten, die einen Herzinfarkt erleiden und zuvor Sildenafil eingenommen haben, dürfen im Übrigen nicht mit Nitraten behandelt werden. Eine ähnlich starke blutdrucksenkende Wirkung tritt bei der Anwendung von Sildenafil in Verbindung mit sogenannten Alpha-Blockern ein.

Der Abbau des Medikaments erfolgt in erster Linie durch die Leber. Hierfür sind die Leberenzyme CYP verantwortlich. Manche Medikamente hemmen diese Enzyme. Hierbei handelt es sich um sogenannte CYP3A4-Hemmer. Dies kann zu einem deutlichen Anstieg an Nebenwirkungen führen sowie zu einer enormen Steigeurng der Wirkung. Sildenafil darf daher nicht in Kombination mit diesen CYP3A4-Hemmern verwendet werden. Bei diesen handelt es sich beispielsweise um Anti-Pilzmittel wie Ketokonazol oder Itraconazol, Antibiotika wie Erythromycin, Magenmittel wie Cimetidin oder auch die HIV-MIttel Saquinavir oder Ritonavir. Im Gegenzug dazu gibt es auch Medikamente, welche die Aktivität der Leberenzyme anregen. Dies sind die sogenannten CYP3A4-Induktoren. Dies wiederum führt zu einer Abschwächung der Wirkung von Sildenafil. Typische Medikamente sind hier die Epilepsie-Mittel Phenytoin, Carbamazepin und Phenobarbital. Der Verzehr von Grapefruitsaft kann dazu führen, dass der Sildenafil-Plasmaspiegel leicht ansteigt.

Sollten Patienten nach der Einnahme feststellen, dass die Erektion länger als vier Stunden anhält, so sollte der direkte Kontakt zum Arzt gesucht werden.

Wirksamkeit von Sildenafil

Zur Wirksamkeit von Sildenafil wurden aufwändige Studien durchgeführt. Der Kreis der Probanden bestand hier aus insgesamt 8.000 Patienten mit unterschiedlichstem Hintergrund. Insgesamt lag das Alter der Probanden zwischen 19 und 87 Jahren. Die Einteilung erfolgte in die Gruppe der älteren Patienten mit einem Anteil von 19,9 %, Patienten mit einer Hypertonie mit einem Anteil von 30,9 % sowie Patienten mit einer diagnostizierten Diabetes mellitus mit einem Anteil von 20,3 %. Weiter litten 2,8 % der Probanden an einer ischämischen Herzkrankheit, 19,8 % an einer Hyperlipidämie, 0,6 % an einer Rückenmarksverletzung, 5,2 % an Depressionen, 3,7 % an einer transurethralen Resektion der Prostata sowie 3,3 % an einer radikalen Prostatektomie. Den Patientengruppen wurde festgelegte Dosierungen verabreicht. Im Ergebnis berichteten 62 %, welche 25 mg Sildenafil einnahmen, über eine Verbesserung der Erektionsfähigkeit. In der Gruppe derer, die eine Dosierung von 50 mg verabreicht bekamen, lag die Erfolgsquote bei 74 %. Die Dosierung mit 100 mg führte zu einer Erfolgschance von 82 %. Die Gruppe derer, die einen Placebo einnahmen, erreichte eine Erfolgsquote von 25 %. Ermittelt wurde zudem die Erfolgsquote in Abhängigkeit von der Vorerkrankung. Bei der Patientengruppe mit einer psychogenen erektilen Dysfunktion lag die Wirksamkeit bei 84 %. Die Patienten mit einer gemischten erektilen Dysfunktion wiesen eine Erfolgsquote von 77 % auf. Bei einer organisch bedingten erektilen Dysfunktion konnten 68 % über Fortschritte berichten. Bei älteren Patienten lag die Verbesserung bei 67 % und bei Probanden mit einer bestehenden Diabetes mellitus bei 59 %. Probanden mit einer koronaren Herzkrankheit erreichten einen Wert von 69 %, solche mit einer Hypertonie einen Wert von 68 % sowie Patienten mit einer transurethralen Resektion der Prostata 61 %. Bei einer radikalen Prostatektomie betrug die Erfolgsquote 43 %, bei Rückenmarksverletzungen 83 % und bei einer bestehenden Depression 75 %. Auch durchgeführte Langzeitstudien haben diese Ergebnisse bestätigt.

Sildenafil kaufen

Bei Sildenafil handelt es sich um ein verschreibungspflichtiges Medikament. Dies bedeutet, dass der behandelnde Arzt ein konkretes Rezept ausstellen muss, welches in der Apotheke eingelöst werden kann. Dies liegt vor allem an der hohen Anzahl an Nebenwirkungen. Sildenafil ist grundsätzlich auch im Internet erhältlich. Dieser Vertriebsweg ist allerdings illegal. Hier sind weder die Reinheit noch die Sicherheit oder die Wirkung oder Dosierung garantiert. Häufig handelt es sich hierbei um gefälschte Produkte mit einer unasehbaren Wirkung und gefährlichen Nebenwirkungen. Sildenafil wird in der Regel in Tablettenform verschrieben. Dabei kann es sich um Film- oder Kautabletten mit einer Dosierung von 20 mg, 25 mg, 50 mg, 75 mg oder 100 mg handeln. Es ist aber auch als Injektionslösung verfügbar. Mit einem Gesetz aus dem Jahr 2004 hat die Politik Produkte wie Viagra von den Arzneimitteln ausgeschlossen. Seither übernehmen die Krankenkassen keine Kosten der Behandlung mehr, da eine erektile Dysfunktion als nicht behandlungsdürftig eingestuft wird. Patienten müssen das Potenzmittel demnach aus der eigenen Tasche zahlen. Die Preise von Sildenafil liegen bei einer Dosierung von 50 mg zwischen 3,25 und 13,75 Euro.